CCMF

Start        Übersicht

Start   Survey 

Textfeld: Besprechung der Veröffentlichung “Über die Ätiologie der Malokklusion” von William R. Proffit, D.D.S., Ph.D., erschienen  British Journal of Orthodontics Vol. l3/1986/ 1-11,  ©1986 British Society for the Study of Orthodontics 0301-228X/86/001001+ 11  $02 00
Um damit zu beginnen, Besprechungen haben meist ein bestimmtes Ziel, positiv oder negativ, und sie sind, natürlich, subjektiv und von der Meinung des Autors geprägt. Das gleiche beabsichtige ich nun. 
V. Clausnitzer, unser Literaturexperte, der meine, vorsichtig ausgedrückt, Zurückhaltung gegenüber einer Therapie von Muskelfunktionsstörungen durch irgendwie geartete Schienen kennt, lies mir diesen Artikel zusammen mit der Publikation von Collega Margit Weiss (Möglichkeiten der Schnarchtherapie durch den Zahnarzt)  - die wir bereits in unserem vorigen Bericht (21042011: Kooperation) ansprachen zukommen. Beide Arbeiten haben eines gemeinsam. Sie weisen darauf hin, dass eine Schienung im Orofacialsystem sehr wohl Sinn machen und Nutzen bringen kann, wenn man mit grösster Sorgfalt und unter Beachtung aller systemimmanenten Faktoren vorgeht. Zeigte uns Collega Weiss, dass durch grösstmögliche Präzision bei der Einhaltung der Systemvorgaben und entsprechender Umsetzung in die technische Konstruktion solcher Schienen „Versäumnisse“ in der Organentwicklung aufholbar sind – (Zitat: In der Praxis hat sich gezeigt, dass Protrusionsschienen einen sehr hohen Wirkungsgrad haben, jedoch aufgrund der Vielzahl und Schwere der Nebenwirkungen oft in der langfristigen Benutzung vom Patienten abgelehnt werden. Als Nebenwirkungen werden in diesem Zusammenhang eine Myopathie, Kiefergelenkbeschwerden, Okklusionsstörungen und eine Verletzung der Zungen- und Mundschleim häute genannt. Eine Recherche hat ergeben, dass eine Vielzahl von Vorverlagerungsgeräten auf dem Markt vorhanden ist; von Bestellmöglichkeiten im Versandhandel bis hin zu Herbst- Scharnieren bietet der Markt einiges. Der Hersteller der nachfolgend  vorgestellten RONCHO EX Schiene nimmt für seine Entwicklung in Anspruch, unerwünschte Nebenwirkungen ausgeschaltet zu haben), so beleuchtet Proffit für uns die wirkaktiven Hintergründe von am Kiefer applizierten Kräften. Dies sowohl durch Einwirken natürlicher Kräfte (meist muskulärer Natur) oder durch  Utensilien. Proffit schreibt: Anders als bei den meisten medizinischen oder dentalen Problemen ist die Malokklusion fast immer die Folge einer Abweichung von der normalen Entwicklung, nicht der Pathologie. Um dann die Ätiologie verstehen zu können, muss man daher die Wirkung vieler Einflüsse berücksichtigen, wenn man die Hauptursache für das finden will, was sich oft als verhältnismässig geringe Abeichung von der Entwicklung zeigt. Die Malokklusion entwickelt sich langsam während des Wachstums des Kindes, und es gibt Gelegenheit für vielerlei Einflüsse, einen Effekt zu erzielen. Es ist nicht überraschend, dass es sich als schwierig herausgestellt hat, eine Hauptursache zu implizieren.
Kieferorthopäden haben zu unterschiedlichen Zeiten recht verschiedene Ansichten vertreten über die Ätiologie der Malokklusion. In erstaunlichem Masse haben diese Ansichten die Art der den Patienten angebotenen Behandlungen beeinflusst.)
 
Und er schreibt weiter: Der Zweck dieser Schrift ist es nun, zu überprüfen, was über die Ätiologie bekannt ist und die gegenwärtige Ansicht der Autoren zusammenzufassen.
Für uns von Bedeutung werden Proffits Ergebnisse durch unterschiedliche Aspekte.
Da ist zum einen der Reaktionszyklus Ursache-Wirkung funktionierender neuromuskulärer Feed-back-Kreise, die durch das physiologische Muskelspiel die Entwicklung der Hart- und Weichgewebe im Orofacialbereich steuern, zum anderen  die Dysfunktionen, die die eugnathe Entwicklung aus dem Ruder laufen lassen. 
Und dann gibt es noch ein Gebiet, das es eigentlich gar nicht gibt., und das wir zu Beginn angesprochen haben, therapeutische Massnahmen, die mit Apparaturen in die Entwicklung des Systems eingreifen mit dem gutgemeinten Vorsatz, die Entwicklung zu fördern und zu korrigieren. Wir sollten jedoch bei der Anwendung immer bedenken, dass eine irgendwie geartete Apparatur zunächst einmal ein Fremdkörper und unphysiologisch ist. Das heisst. sie stört. Wenn wir mit grösstmöglicher Umsicht, Vorsicht und Weitsicht Gerätschaften in das System hinein konstruieren (und das nur für eine unbedingt notwendige, kurze Zeit) so dass wir die Physiologie unterstützen und dem System helfen, Fehler zu überwinden, wie das für die von Collega Weiss vorgestellte Methode gilt, so mag das die Behandlungsdauer verkürzen. Denn: Therapie mit Myofunktionellen Übungen ist langwierig und physisch wie psychisch fordernd – Schulung eben.
 
Für den MF-Therapeuten ist in Proffits Arbeit von sehr grosser Bedeutung, wie die Zeitrelation der Einwirkkräfte zu beachtlich unterschiedlichen Resultaten führt. Diese Ergebnisse sind richtungweisend für die Einschätzung von funktionellen, dysfunktionellen und therapeutischen Wirkkräften. Natürlich werden wir nicht die Messergebnisse original vom Tierversuch auf die Humantherapie übertragen können. 
Hierzu Proffit:
Die Krafteinwirkungsdauer überschreitet meist 4-6 Stunden/d, um einen signifikanten Effekt zu zeitigen. 
Ein grosses Spektrum an Kraftgrössen kann Einfluss haben auf die Zahnbewegung. Die Schwelle für die Kraftgrösse. Wenn es überhaupt eine gibt, ist ziemlich niedrig. Verschiedene Hinweise allerdings lassen darauf schliessen, dass es für Menschen eine relativ hohe Schwelle für die Kraftdauer in der Umgebung von 4-6 h/d gibt.
Die Beobachtungen an orthodontischen Patienten zeigen, dass, wenn ein orthodontisches Gerät für einen signifikanten Zeitabschnitt nicht getragen wird der Effekt ausbleibt.
Klinische Erfahrungen lassen vermuten, dass mit 8-10 h/d Geräte-Tragezeit einige Ergebnisse erzielbar sind, und dass die Behandlungsreaktion sich bei besserer Compliance verbessert.
Daten aus Tierversuchen geben einen Einblick in den biomechanischen Mechanismus, der diese Schwelle zugrunde liegt.
Davidovich und Mitarbeiter (1980) konnten beispielsweise zeigen, dass es im Blutspiegel einen Anstieg gibt von cyclischen Nucleotiden, die als zweite Botensubstanz für zelluläre Veränderungen dienen nach etwa 4 Stunden kontinuierlichen Druckes gegen den Zahn.
 Jeder erfahrene Therapeut wird sich eine Vorstellung davon machen können, was bezüglich der Systemphysiologie für den Menschen dienlich, was tolerabel und was schädlich ist. 
 
Wir lesen wiederum in Proffits Arbeit:
Hinsichtlich der vertikalen Bewegungen der Zähne lassen diese Experimente eine Schwelle von zwischen 2 und 6 Stunden pro Tag vermuten mit         größtmöglichem Effekt bei 12 Stunden pro Tag applizierter Kraft. Es erscheint klar, dass die Wirkdauer der Kraft, nicht ihre Grösse die Effekte auf die Entwicklung bestimmt.
Daher muss die Einwirkdauer der Kraft von Umwelteinflüssen .bei der Auswertung des angenommenen Einflusses berücksichtigt werden.
2. Zungen-Lippen –Druckwährend der Funktion (Schlucken, Sprechen, Kauen) sind relativ wichtig als Determinanten für Malokklusion, aber der Ruhedruck (Ruhetonus) könnte einen bedeutenden Einfluss haben. Dieses Konzept folgt logisch auf die Berücksichtigung von Dauereffekten da Drucke während der Funktion eine sehr kurze Dauer haben. Studien mittels Druckmessgeräten haben gezeigt, dass die Grösse der Kraft beim Schlucken, Sprechen und Kauen inner- oder oberhalb der Spanne liegt, die mit effektive orthodontischen Zahnbewegung in Zusammenhang gebracht wird und es war schwierig zu verstehen, warum diese Drucke von Zunge oder Lippen nicht ein signifikanter Grund für Malokklusion zu sein schienen (Weinstein et al., 1963; Proffit, 1978). Eine Betrachtung von Tabelle 1 gibt die Antwort darauf – die Dauer der Kraft ist einfach nicht lange genug. Das erklärt natürlich auch solche klinischen Beobachtungen wie das Versagen der Therapie die auf die Änderung des Schluckens am Patienten als bedeutenden Grund für die Auswirkung auf die Bezahnung ausgerichtet ist ((Proffit and Mason 1975)). Das passt sehr gut in die Beobachtung, dass funktionelle Geräte Veränderungen dadurch bewirken können, dass sie Lippen und Wangen von den Zähnen fernhalten und somit das Muster des Ruhetonus  ändern. 
3. Einflüsse auf die Haltung wie beispielsweise wie die Art der Atmung haben Einfluss, da die Haltung den Ruhetonus beeinflusst. Die Bedeutung der Mundatmung als aetiologischer Faktor für Malokklusion ist jahrelang diskutiert worden. Im frühen zwanzigsten Jahrhundert ist wurde das für sehr wichtig angesehen, in der Mitte abgelehnt und neuerdings wieder als potentiell wichtiger aetiologischer Faktor betont. Es scheint sowohl nach Tierversuchen (Harvold  et al 1981; Miller Vargevik and Chierici, l984), als auch nach einzelnen menschlichen klinischen Erfahrungen (McNamara, 198l), dass eine vollständige nasale Obstruktion signifikante Veränderungen im Wachstumsmuster verursacht und zu Malokklusion führt. Komplette Obstruktion ist jedoch so selten bei Menschen, dass man sie zu Entwicklungsanomalien als Spezialfall rechnen kann, ohne das das  besonders die Zahl der Patienten betrifft, deren Ätiologie erklärt ist. Das lässt allerdings die grosse Frage offen, ob die partielle nasale Obstruktion, die häufig beim Menschen beobachtet wird, einen signifikanten Effekt hat. Es ist sehr schwierig, den Prozentsatz nasaler gegen orale Atmung zu bestimmen und somit das Ausmass bis zu welchem ein Proband ein Mundatmer ist ohne aufwendige Labortests, was nicht für irgendwelche grossangelegten Studien an orthodontischen Patienten zur Verfügung stand. Es erscheint angemessen anzunehmen, dass Kinder, die wegen Atmungsproblemen  in HNO-Kliniken vorgestellt werden eine vermehrte Rate an Atmungsproblemen aufweisen. Leech (1958) hat bei seinen Beobachtungen an einer grossen Population in einer derartigen Klinik davon berichtet, dass eine gleiche Prävalenz von Malokklusion und Verteilung von Malokklusionstypen vorzufinden war, wie in der allgemeinen Bevölkerung. Linder-Aronson’s (l970, l975) neuere Daten von schwedischen Kindern lassen vermuten, das es einen Effekt von vergrösserten Tonsillen und Adeniden  bezüglich der Gesichtsproportionen gibt.
Im Durchschnitt war der Winkel der Mandibular-Ebene 2 bis 3 Grad grösser bei Kindern, bei denen die Entfernung der Adenoide und Tonsillen aus medizinischen Gründen notwendig war und der Trend für diese Kinder bestand in einer Rückkehr zum Durchschnitt für schwedische Kinder nach Entfernung der Tonsillen und Adenoide. Der Effekt von Mundatmung ist wahrscheinlich auf eine Veränderung in der Kopf- und Kieferhaltung zurückzuführen. Solow and Tallgren (1976 konnten die Beziehung zwischen Gesichtsproportionen und Kopfhaltung zeigen, und Experimente von Vig, Showfety and Phillips (1980) zeigten, dass, wenn die Nasenlöcher akut verschlossen sind, sich eine unmittelbare Änderung der Kopfhaltung einstellt
 Es wird dann noch über Versuche am Menschen in diesem Zusammenhang berichtet. Bestes Beispiel für den Einfluss der Haltung, die OMP (Open Mouth Posture = Offene Mundhaltung) der sogar spezielle Bücher und Kongresse gewidmet sind.
Weiter schreibt Proffit:
 
Zusammenfassend ist klar ersichtlich, dass umweltbedingte Kräfte und Drücke gegen Zähne und Kiefer einen Einfluss auf die Entwicklung haben, vorausgesetzt, dass der Druck für genügend lange Zeit aufrecht erhalten wird.
Habits, die über genügend Stunden pro Tag aufrecht erhalten werden und Einflüsse auf die Haltung, die sekundär Zungen- und Lippenruhehaltung verändern scheinen durchaus in der Lage zu sein, das Entwicklungsmuster zu beeinflussen und Malokklusion hervorzurufen. Demgegenüber haben andere Aktivitäten wie Zungenstoss, Schlucken oder Sprechen wenig Einfluss wegen ihrer kurzen Dauer. Haltungseffekte scheinen sowohl die Form der Zahnbögen, als auch die Stärke des Zahndurchbruchs zu beeinflussen.
Dese Analyse lässt vermuten, dass Gründe aus dem Umfeld für Engstand und Stellungsanomalien zu suchen seien bei entweder dem Druck von Wangen und Lippen, die den Zahnbogen daran hinderten, sich so genügend zu vergrössern, um sich den Zähnen anzupassen, oder eine fehlende Stimulation für die Kiefergrösse durch einen nicht suffiziente Funktion. 
Es gibt Grund genug, die erste Möglichkeit zu unterstützen. Keine gegenwärtige Evidenz stützt das Konzept, dass die Grösse der Zahnbögen im Verhältnis steht zur Kaukraft oder anderen Kieferfunktionen, der Druck der Zungenruhehaltung jedoch kann dies jedoch. Weichgewebedruck, der die Grösse und Richtung des Zahndurchbruches beeinflusst könnte auch eine fehlerhafte Kontaktbeziehung der Zähne erzeugen.
Von Bedeutung für unsere Therapiemassnahmen ist, dass „Aufbissbehelfe“ und Apparaturen, die ohne grösseren Aufwand konstruiert wurden wie beispielsweise die Aufbiss-Schiene, eine solche mit retraler Bisserhöhung aber auch und besonders alle Schienen, wenn sie in der Zahn- und Kieferbogenentwicklung die Aufbissrelation blockieren oder gar punktuell verändern und das Wachstum verhindern durchaus kontraindiziert sind.
In solchen Fällen ( in denen sich die Okklusalbeziehung entwicklet) muss die Myofunktionelle Übung  die Therapie bestimmen, bis diese Entwicklungsphase abgeschlossen ist.
 
Proffit:
Wo es disproportioniertes Wachstum der Kiefer gibt wird sich auch Malokklusion entwickeln, soweit es nicht kompensatorische Veränderungen beim Durchbruchsvorgang der Zähne gibt. Probleme in der Okklusalbeziehung können sich verschlechtern, wenn die Zähne zu wenig oder zu weit durchbrechen, oder wenn sie abgelenkt werden, während sie durchbrechen. Umfeldeinflüsse, die die Haltung beeinflussen, können die Kieferbeziehungen in der antero-posterioren und der vertikalen Raumebenebeeinflussen, und der Weichgewebsdruck, der haltungsmässige Veränderungen begleitet, kann den Grad und die Richtung des Durchbruches beeinflussen
Alle diese Beobachtungen und Rückschlüsse sind  - aus dem Munde eines erfahrenen Kieferorthopäden - sowohl eine Bestätigung für die Effektivität der Myofunktionellen Thereapie, als auch eine Absage an das leichtfertige Eingliedern von Schienen statt der Anwendung Myofunktioneller Übungen; wir fühlen uns in unseren Vorstellungen bestätigt.

 
Publication review of the publication “On the Aetiology of Malocclusion” by William R. Proffit, D.D.S., Ph.D., published  British Journal of Orthodontics Vol. l3/1986/ 1-11,  ©1986 British Society for the Study of Orthodontics 0301-228X/86/001001+ 11  $02 00
To start with, reviews mostly follow a particular goal, positively or negatively, and they are, of course, subjective and influenced by the opinion of the author. That is what I intend to do now.
V. Clausnitzer, our literature expert, who nows my, cautiously speaking, reluctance against the therapy of muscle function disorders through splints, whatever they may be like, transmitted me this article together with the publication of colleagiue Margit Weiss (Possibilities of a snoring therapy by the dentist) – which, as already mentioned in our prior report (21042011: Cooperation). Both works have at least one thing in common. They hint at the fact that a splinting in the orofacial system may very well make sense and create benefit if the procedure is accompanied by greatest care and considering all system immanent factors.
Did colleague Weiss show us that with the utmost precision and under observance of the system defaults and the respective implementation into the technical construction of such splints the “failures” in the organ development are to be made up - (Quotation: Praxis has shown that protrusion splints may have a high degree of efficiency but for their multitude and severity of their side effect are refused by the patients  in their long-term application. As side effects in this connection are mentioned myoarthropathy, joint disorders,  malocclusion  and lesions of the mucosa of the mouth and tongue. Research has shown that a multitude of protrusion devices is on the market – from the order options through mail order [!!!] up to Herbst-hinges the market offers a whole lot. The manufacturer of the RONCHO EX splint presented in the follow claims for his development to have eliminated side effects), so Proffit highlites for us the effective background of forces applied at the jaws.
This as well through the influence of natural forces (mostly of musculare provenience) or through utensils.
Proffit writes: Unlike most medical and dental problems, malocclusion almost always is due to some variation in normal development, not to pathology. In order to understand its aetiology, one therefore must consider the impact of various influences on development, searching for the major cause of what often is a relatively small variation in development.  
Malocclusion develops slowly  as a child grows, and, there is ample opportunity for many influences to  have an effect 
It is not surprising that it has proved difficult to 
implicate a single major cause. 
Orthodontists have held quite different views at various times about the aetiology of malocclusion. To a surprising extent, these views affect the type of treatment offered to patients.
And he continues: The purpose of this paper is to review what is known about aetiology and summarize the author’s present views.
Proffit’s results get a special meaning for us through different aspects.
There is, at the one hand, the reaction cycle ‘cause and effect’ of correctly working feed-back circuits which guide the development of hard and soft tissues through a physiological muscle flexing  in the orofacial region, at the other hand the dysfunctions which make the development get off course.
And then there is another field which practically does not exist and which we had addressed at the beginning – therapeutic measures intervening in the development with devices under the well meant intention to foster the development and to correct it.
When applying such we should always remember that any somehow shaped device primarily is a foreign body and non physiologic.
Meaning, it hinders.
If we construct an appliance streamline into the system with the greatest possible vigilance, prudence and providence ( and this only for a categorical short time) so that we promote the physiology and support the system in overcoming mistakes  - as it applies for the method presented by Colleague Weiss – this may abbreviate the duration of treatment. 
For: The therapy with Myofunctional Exercises is time consuming         demanding in a physical and psychical way – just education.
For the MF-Therapist it is of major importance in Proffit’s work how the time relation of active phases leads to considerably different results.
These results are crucial for the valuation of functional, dysfunctional and therapeutic acting forces.
We can, of course, not transfer the measuring results from the animal experiment to human therapy.
 
Hereunto Proffit:
Pressure duration most exceed 4 – 6 hours/day to have a significant effect. A broad range of force magnitudes can be effective in moving teeth. The threshold for force magnitude, if indeed there is one at all is quite small. Several lines of evidence, hoverer indicate that there is a relatively large threshold for force duration, in the vicinity for humans of 4-6 hours per day. 
Observation of orthodontic patients indicates that if a removable appliance is not worn for a significant fraction of the time, there will be little if any effect. Clinical experience suggests that with 8-10 hours per day of appliance wear, some results will be obtained, and that the treatment response improves with better compliance. Data from animal experiments have provided some insight into the biochemical mechanisms underlying this threshold. Davi4ovitch and co-workers (1980), for instance, have shown that in cats there is an elevation in blood levels of the cyclic nucleotides that serve as second messenger~ for cellular change, after about 4 hours of continued force against a tooth.
Every experienced therapist will be able to get an idea what, in respect of the system physiology of humans is serviceable what tolerable and what noxious.
Again we read in Proffit’s publication:
In terms of vertical movements of teeth, these experiments suggest a threshold between 2 and 6 hours per day, with near-maximal effects at 12 hours per day of applied forces. For this reason, the duration of force from environmental effects must be considered in evaluating their presumed impact.
2. Tongue-lip pressures during function (swallowing, speaking chewing) are relatively unimportant as determinants of malocclusion – but resting pressures may have a significant impact. This concept follows logically from the, consideration of duration effects, since pressures during function are quite short in duration. Studies using pressure-measuring devices have shown that the magnitude of forces during swallowing, speaking and chewing is within or above the range associated with effective orthodontic tooth movement, and it has been difficult to understand why these intermittent pressures from the tongue or lips did not seem to be a significant cause of malocclusion (Weinstein et al., 1963; Proffit, 1978). An examination of Table 1 reveals the answer – the duration of the forces simply is not long enough. This also explains, of course, such clinical observations as the failure of therapy directed at altering a patient’s swallow to have significant impact on the dentition (Proffit and Mason 1975). It fits well with the observation that functional appliances can produce. changes by holding the lips or cheeks away from the teeth, altering the pattern of resting pressure  
3. Influences on posture, such as the mode of respiration may have an impact because posture influences resting pressures. The importance of mouth- breathing as an etiologic factor for malocclusion has been debated for many years. 1t was considered very important early in the twentieth century, rejected at mid-century, and recently emphasized again as a potentially important aetiologic factor. It seems clear. both from animal experiments (Harvold e! et al 19P I; Miller Vargevik and Chierici, l954) and from isolated human clinical examples (McNamara, 19hl) that complete nasal obstruction does cause significant changes in the Pattern of growth and leads to malocclusion. 
Complete obstruction is so rare in humans, however, that it can be included under anomalies of development as a specific Cause without greatly affecting the number of patients whose aetiology is explained. This leaves the large questions of whether partial Nasal Obstruction which is frequently observed in humans, has a significant effect. It is extremely difficult to determine the percentage of nasal vs. oral respiration and thereby the extent to which an individual is a mouth-breather without elaborate laboratory testing, and this has not been available for any large-sca1e studies of orthodontic patients. Lt seems reasonable to presume that children being seen for respiratory problems in an ENT clinic would have increased amount of mouth- breathing. 
 
 
 
Leech (1958), surveying a large population in such a clinic, reported a similar prevalence of malocclusion and Distribution of malocclusion types as in the general population. Linder-Aronson’s (l970, l975) more recent data suggest that there is an effect of enlarged tonsils and adenoids on facial proportions in Swedish children. 
On the average the mandibular plane angle was 2-3 degrees greater in the children who required removal of tonsils and adenoids for medical reasons, and the trend was for these children to come back toward the mean for in Swedish children after their tonsils and adenoids were removed. 
The effect of mouth breathing probably is due to changes in head and jaw posture. Solow and Tallgren (1976) have shown n a correlation between facial proportions and head posture, and experiments by Vig, Showfety and Phillips (1980) demonstrated that if the nostrils are acutely obstructed, there is an immediate change in head postu
Furthermore there are reports about observation made on humans in this connection. Best example the OMP )Open Mouth Posture) to which topic are dedicated even books and congresses.
 
Proffit continues:
 
 
In summary, it now is apparent that environmentally-determined pressures and forces against the teeth and jaws can have an impact on development, providing that the pressure is maintained for a long enough duration. Habits that are sustained over enough hours per day arid and influences on posture which secondarily alter resting tongue and lip pressures, certainly seem capable of affecting the pattern of development and causing malocclusion. In contrast, other activities such as tongue thrust, swallowing or speech have little impact because of their short duration. Postural effects seem to influence both the form of the dental arches, and the amount of eruption of the teeth.
This analysis suggests that environmental causes of crowding and malalignment would be  either pressure from the cheeks or lips that prevented the dental arch from becoming large enough to accommodate the teeth, or a lack of stimulation to jaw growth from some deficit in function. 
 
There is ample evidence to support the first possibility. No present evidence supports the concept that the size of dental arches is related to chewing force or other jaw functions, but resting tongue pressure apparently can have an effect. Soft tissue pressures that influenced the amount and direction of eruption also could produce improper contact relationships of the teeth.
 
 
It is of some evidence for our therapy measures that “bite aids” and appliances which have been constructed without major expenditure as, for example bite splints, those with a retral bite elevation but as well and especially all those splints when they are blocking or, in places, even mutating the bite relations during the tooth and jaw arch development  and hindering growth being, indeed, contraindicated.
In those cases (where the occlusal relationship is developing) the Myofunctional Exercise must define therapy until the phase of development is completed. 
Proffit:
When there is disproportionate growth of the jaws, malocclusion will develop unless there are compensatory changes in the eruption paths of the teeth. 
Occlusal relationship problems can become worse if the teeth erupt too much or too little, or if they are deflected as they erupt. 
Environmental influences that affect posture can change jaw relationships in the antero- posterior and vertical planes of space and the soft tissue pressure that accompanies changes in postural can affect the amount and direction of eruption.
All these observations and conclusions are – coming from an experienced orthodontist – as well an endorsement for the effectiveness of Myofunctional Therapy as a rejection for the inconsiderate insertion of splints instead of application of Myofunctional Exercises; we feel confirmed in our perceptions.